1943–1947: Ein Spiel für die Verdunkelung
Anthony E. Pratt war ein Musiker aus Birmingham, der im Krieg in einer Fabrik arbeitete. Um 1943, als die Abende wegen der Luftangriffe drinnen verbracht wurden, entwarf er ein Krimispiel, inspiriert von den Landhaus-Detektivgeschichten jener Zeit.
Er nannte es Murder. 1944 meldete er ein Patent an, erteilt wurde es am 1. April 1947.
1949: Cluedo und Clue
Der britische Spieleverlag Waddingtons brachte das Spiel 1949 unter neuem Namen heraus: Cluedo, aus „clue“ (Hinweis) und „Ludo“, einem Brettspiel, das in Großbritannien jede Familie kannte, ungefähr das dortige Mensch ärgere Dich nicht.
Im selben Jahr veröffentlichte Parker Brothers es in Nordamerika. Ludo kannte dort kaum jemand, also hieß das Spiel einfach Clue. Seitdem leben beide Namen nebeneinander, dazu ein paar regionale Unterschiede bei Figuren und Waffen.
1950er–1960er: Die Patentjahre
1953 verkaufte Pratt die internationalen Rechte und behielt seine britischen Lizenzgebühren bis zum Ende des Patents. Das Patent lief 1967 aus. Das Spiel bekam in dieser Zeit die Form, die die meisten kennen: sechs Verdächtige, sechs Waffen, neun Räume und ein verschlossener Umschlag.
1970er–1980er: Neue Grafik, ein Film und ein größerer Karton
Eine US-Ausgabe von 1972 gestaltete die Waffen neu, und auf amerikanischen Kartons waren die Verdächtigen nun gemeinsam in einem Raum der Villa zu sehen.
1985 wurde das Spiel als Kinofilm Clue (deutsch: Alle Mörder sind schon da) umgesetzt, der bis heute eine eigene Fangemeinde hat. 1988 erweiterte Clue: Master Detective das Brett um zusätzliche Räume, Verdächtige und Waffen für größere Gruppen.
1990er: Hasbro und die ersten Videospiele
Anfang der 1990er kaufte Hasbro sowohl Parker Brothers als auch Waddingtons und brachte damit beide Zweige des Spiels unter ein Dach. Die ersten Clue-Videospiele erschienen 1992 und 1998, 1997 folgte ein Musical. Jubiläumsausgaben zum Fünfzigsten kamen 1998 in den USA und 1999 in Großbritannien und Europa heraus.
2000er: Eine Ausgabe für alle, dann ein großer Umbruch
2002 und 2003 brachte Hasbro eine einheitliche Ausgabe für alle Märkte heraus, mit regionalen Unterschieden bei den Namen.
2008 kam die umstrittenste Version: Clue: Discover the Secrets, mit neuem Brett, neuen Figuren und Waffen, neuen Regeln und Intrigenkarten. Viele langjährige Fans mochten sie nicht.
2010er: Zurück zum Klassiker
2012 kehrte Hasbro mit Cluedo: The Classic Mystery Game zu Pratts Formel zurück. 2016 wurde einer der ursprünglichen Verdächtigen durch eine neue Figur ersetzt.
2017 feierte eine Bühnenfassung des Films Premiere; 2024 ging sie in den USA auf Tour. 2018 veröffentlichte Marmalade Game Studio eine digitale Ausgabe des Klassikers auf Steam, die auch auf Handys, Tablets und der Nintendo Switch läuft.
2020er: Neue Grafik, neue Namen, ein Archiv
Im Januar 2023 brachte Hasbro eine neue Ausgabe mit neuen Miniaturen, überarbeiteter Grafik und umbenannten Figuren heraus. Im November 2025 schenkte Pratts Tochter seinen Nachlass Institutionen in Birmingham, der Stadt, in der alles begann.
Warum es geblieben ist
In mehr als 75 Jahren mit neuer Grafik und neuen Namen ist der Kern gleich geblieben: drei verdeckte Karten, geheime Antworten und eine Anklage. Dieser Kern ist einfach genug für einen Familienabend und tief genug, dass bis heute über Strategie gestritten wird. Deshalb borgen sich immer wieder Spiele diese Formel, NoHonor eingeschlossen.
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Quellen
- Cluedo, Wikipedia, für Daten und Ausgaben
- Cluedo, englische Wikipedia, für die Ausgaben und Daten im Detail
- Clue/Cluedo: The Classic Mystery Game auf Steam, für das Erscheinungsdatum der digitalen Ausgabe


